Depression: Netzwerkfehler verstehen und behandeln

Eine volle Bernstein-Wersktatt zeugt vom großen Interesse für die Forschung des Neurochirurgen Prof. Dr. Volker Coenen und des Psychiaters Prof. Dr. Thomas Schläpfer, beide Mitglieder von BrainLinks-BrainTools. Sie erklärten in ihren zwei Vorträgen, was wir zur Zeit über die physiologischen Grundlagen von Depressionen wissen und wie für bestimmte, nicht anders behandelbare Fälle die Tiefe Hirnstimulation eine mögliche Alternative sein könnte. Beide Vorträge können Sie nun hier nachhören: https://voicerepublic.com/embed/talks/chirurgie-der-emotionen-kann-soll-darf-depression-operiert-werden

Das aktuellste Modell der Depression beschreibt demnach die Erkankung als eine Fehlfunktion in einem Gehirn-Netzwerk, das Belohnung steuert. Dabei ist die Hoffnung auf Belohnung –  nicht die Belohnung selbst – der viel größere Verursacher positiver Gefühle, die depressiven Patienten typischerweise fehlen. Dieser Zustand, bei dem es den Patienten schwer fällt Freude zu empfinden, für Dinge, die ihnen vielleicht zuvor Freude gebracht haben, wird im Fachjargon mit dem Begriff Anhedonie beschrieben – eines der wichtigsten Symptome der Erkrankung. Während einer Depression fehlt den Personen also die Hoffnung auf Freude, Belohnung und Besserung – gespiegelt in einer gestörten Verbindung zwischen Knotenpunkten im Gehirn, in dem diese wichtigen Emotionen ausgelöst werden können.

 

Wie verzweifelt dieser Zustand unbehandelt sein kann, zeigt die große Anzahl der Menchen, die in Folge dieser Erkrankung Suizid begehen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Menschen aus diesem Zustand herauszubringen oder die Symptome abzumildern – und die Chirurgie bleibt die allerletzte erwogene Maßnahme. Psychotherapie, Pharmakotherapie und Elektrokrampftherapie können vielen Patienten helfen.

Wenn Sie das Gefühl haben, Sie könnten betroffen sein, sprechen Sie mit ihrem Hausarzt. Er kann die Symptome erkennen und die richtige Behandlung für Sie finden. In Freiburg können Sie sich für weitere Informationen auch an das Freiburger Bündnis gegen Depression richten http://www.fbgd.org/.

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