Brot- und Buttergeschäft

Amerikanische Austauschstudenten auf Tuchfühlung mit kulinarischen, technologischen, und anderen Spezialitäten Süddeutschlands. Autor Levin Sottru wollte wissen, welche pikanten Details ein Forschungsaufenthalt in Freiburg in sich birgt und hat bei den Studenten nachgefragt. Auf dem Bild sind zu sehen (v.l.n.r.): Larissa, Jenny, Mackenna, Jean. Fotografiert von Levin Sottru / BrainLinks-BrainTools.

 

Was bleibt von einem Auslandsaufenthalt wirklich hängen? “Schöne Landschaft, gute Infrastruktur, leckeres Essen, angenehmes Arbeitsklima, auch ohne Klimaanlage.” Dieses gemeinsame Fazit können Jenny, Mackenna, Larissa und Jean ziehen, wenn sie auf ihre sieben Wochen in Freiburg zurückschauen. Die vier Studierenden, die im Juni mithilfe von IPAN und CSNE, den amerikanischen Partnern von BrainLinks-BrainTools, aus Seattle, Ann Arbor und San Juan nach Deutschland gekommen waren, sind mittlerweile wieder in ihrer Heimat. Trotzdem gibt es Dinge, die sie so schnell nicht mehr vergessen werden. Dinge, die ein Freiburger gerne übersieht, weil sie für ihn so selbstverständlich sind.

So zum Beispiel die Verkehrsanbindung. Jenny, die an der University of Michigan Neurowissenschaften studiert und im Labor von Prof. Dr. Carola Haas hospitiert hat, wird vermutlich noch häufiger an das ÖPNV-Netz in Freiburg zurückdenken. Denn: Eine Reise von A nach B im Freiburger Stadtverkehr funktioniert dank Tram schnell und reibungslos. Im Großraum Detroit fahren dagegen nur Busse. Zum Aufbau eines U- oder Straßenbahn-Netzes kam es leider nie. Ein klitzekleiner Unterschied.

A propos ÖPNV: Eine Zugfahrt von Freiburg nach Paris befindet sich zwar nicht mehr im Nahverkehrsbereich, ist mit nur 3,5h aber erstaunlich kurz. Davon, dass tatsächlich mal jemand für einen spontanen Shopping- oder Sightseeing-Trip hinfährt, hört man allerdings selten. Jean Carlos, der von der Universidad de Puerto Rico kommt und Praktikant von Prof. Dr. Ulrich Egert war, hat es gemacht und ist nachhaltig begeistert. Vom hiesigen Essen, auf das er sich eingelassen hatte, nachdem er feststellen musste, dass die kreolisch-karibische Küche Puerto Ricos hier kaum anzutreffen ist, spricht er genauso mit Begeisterung. “Wurst, Käse und viel Brot”, bestätigen die anderen mit einem Schmunzeln.

Mackenna, der sich in Ann Arbor zum Biomedical Engineer ausbilden lässt und hier das Labor von Prof. Dr. Ilka Diester kennen lernen durfte, ist der einzige, der im Rahmen seines Aufenthalts keine längeren Entfernungen zurückgelegt hat. Er nutzte zwar die Lage im Dreiländereck, um Ausflüge nach Frankfreich und in die Schweiz zu machen. Am liebsten ergründete er aber die nächste Umgebung. “Die Gegend um den Lake Michigan ist schön, aber der Schwarzwald ist schöner,” bemerkt er dazu trocken. So bald wie möglich will er deshalb mit seinen Eltern wiederkommen.

Von einem weiteren interessanten Detail rund ums Essen und Trinken weiß Larissa zu berichten. Larissa, die als Neuroscience Undergraduate vom CSNE in Seattle einen Einblick in die Arbeitsgruppe für Autonome Intelligente Systeme von Prof. Dr. Wolfram Burgard bekam und noch länger in Freiburg bleibt, stellte in deutschen Restaurants verdutzt fest, dass der Kellner nicht gleich zum letzten Happen (spätestens aber mit dem Abräumen) die Rechnung bringt. Ohne den subtilen Hinweis, man möge doch so schnell wie möglich das Feld räumen, fühlt sich der Gast natürlich gleich viel wohler.

Bei all dem Lobgesang auf die Schwarzwaldmetropole mag sich der Leser jetzt fragen, ob den Gästen hierzulande auch irgendetwas negativ aufgefallen ist. Es sei gewöhnungsbedürftig, dass Gebäude nicht immer und überall klimatisiert sind, heißt es einstimmig. Ein Minuspunkt, mit dem sich jemand, der damit nicht aufgewachsen ist, eigentlich ganz gut abfinden kann. Obwohl Freiburgs Universität und andere öffentliche Einrichtungen vielleicht sogar eine Klimaanlage vertragen könnten. Ob die wärmste Großstadt Deutschlands, die zugleich als Öko-Hochburg bekannt ist, sich so etwas erlauben dürfte, wäre wiederum ein ganz andere Frage…

Wer mehr über die fachlichen Schwerpunkte ihres Aufenthaltes erfahren möchte, kann HIER weiterlesen.

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