Transhumanismus beleuchten

Dr. Oliver Müller und Prof. Dr. Stefan Rotter vom Exzellenzcluster BrainLinks-BrainTools haben in der neuen Zeitschrift FIfF-Kommunikation, die vom Forum Informatikerinnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. herausgegeben wird, zwei Artikel beigetragen. Thema der Ausgabe war “Transhumanismus”.

In der Ausgabe beleuchten elf Artikel die vielfältigen Lesarten und Kontexte, in denen der Begriff Transhumanismus gebraucht wird. Er bezeichnet eine Bewegung, ein Forschungsgebiet oder ein philsophisches Konzept. Einige Menschen bezeichnen sich als Transhumanisten. Es gibt in Deutschland und den USA sogar eine Transhumanistische Partei.

fk-2-16-cover-grDabei verstehen Transhumanisten den Menschen als noch nicht fertiges Wesen, das sich selbst durch Technik in einen verbesserten, langlebigeren, “post-humanen” Zustand überführen soll.

In der Textsammlung des Hefts werden Vertreter dieser Strömungen interviewt: Unter anderem kommen der US-Präsidentschaftkandidat Zoltan Istvan und der deutsche Transhumanist Stefan Lorenz-Sorgner zu Wort. Besonders geht es aber um Analyse und Bewertung des Ist-Zustands: Wie weit ist die Verquickung des Menschen mit der Maschine vorangeschritten und inwieweit stellen diese uns jetzt schon vor ethische Fragestellungen?

Hier greift nun der Beitrag von Stefan Rotter und Oliver Müller ein: Stefan Rotter forscht in den Computational Neuroscience und ist Leiter des Bernstein Center Freiburg. Oliver Müller ist Philosoph und forscht innerhalb des Clusters BrainLinks-BrainTools an ethisch-philosophischen Fragestellungen, die Neurotechnologien aufwerfen.

In ihrem gemeinsamen Artikel geben sie dem Leser zunächst einen Überblick über den Stand der Therapieansätze, bei denen Neurotechnologien eingesetzt werden. Im Anschluss werden verschiedene ethische Probleme erläutert, die bei den heutigen Technologien eine Rolle spielen. Wird die personale Identität bei der Verwendung von Tiefer Hirnstimulation gewahrt? Bedürfen Eingriffe ins Gehirn einer gesonderten ethischen Beurteilung im Vergleich zu z.B. Herzschrittmachern? Sind bei diesen Technologien besondere Datenschutzmaßnahmen wichtig? Ist der Nutzer von Neurotechnolgie verantwortlich im rechtlichen Sinn? Optogenetische Methoden müssen laut der Autoren gesondert begutachtet werden, da sie zusätzlich gentechnische Fragestellung aufwerfen. Schließlich ist der Artikel auch ein Aufruf an Forscherinnen und Forscher sowie Bürgerinnen und Bürger, diese Fragen zu diskutieren und zu entscheiden, “ob es Pfade in diesem Neuland gibt, die wir möglicherweise nicht beschreiten wollen.”
Den Artikel findet ihr hier: http://www.fiff.de/publikationen/fiff-kommunikation/fk-2016/fk-2016-2/fk-2016-2-content/fk-2-16-p36.pdf

In einem weiteren Artikel packt Oliver Müller den Transhumanismus an den Wurzeln und klärt den Leser über die philosphischen Grundlagen der Bewegung auf. Denn die Wahrnehmung des Menschen als Brücke zwischen zwei Zuständen des Mensch-Seins ist kein neuer Gedanke. Auch die Vorstellung, dass der Mensch seine Zukunft selbst in der Hand hat und sogar verpflichtet ist, diese Möglichkeit zu verwirklichen, lässt sich auf eine philosophische Tradition zurückführen. Aber lest selbst: http://www.fiff.de/publikationen/fiff-kommunikation/fk-2016/fk-2016-2/fk-2016-2-content/fk-2-16-p49.pdf

Foto: Auf dem Bild ist ein Kunstwerk von Stelark zu sehen. Er versucht in seiner Kunst, die Fähigkeiten seines Körpers zu erweitern. By Matias Garabedian from Montreal, Canada – Stelarc conference Montréal, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40526350

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